Selun

Nachdem Paul endlich von der Grippe mehr oder weniger genesen ist, wollen wir am 12. September noch den letzten der 'offiziellen' Churfisten besteigen. Wir fahren mit der abenteuerlichen Selun-Bahn von Starkenbach hinauf und steigen dann direkt hoch zum Selun. Der Weg ist unschwierig und im Vergleich zu seinen Churfirsten-Nachbarn eher wenig steil. Deswegen wird er ja auch so viel begangen, und auch heute sind wir nicht alleine unterwegs. Kein Wunder allerdings, zeigt sich doch das Wetter von seiner besten Seite mit strahlend blauem Himmel und recht guter Fernsicht. Nach dem Selun wollen wir noch den Weg zur Obersäss-Nideri erkundigen. Damit wir jetzt aber nicht ganz bis Vorderselun absteigen müssen, sucht Paul einen früheren Abstieg. Gleich das oberste Grasband, welches östlich vom Selun hinunter zieht, täte sich eigentlich anbieten. Nur ist es brutal steil, feucht und rutschig. Schon nach wenigen Metern Abstieg ziehen wir uns wieder auf den Gipfel zurück. So etwas machen wir dann doch lieber bei trockenem Untergrund und im Aufstieg. Wir laufen nun auf einem unscheinbaren Weglein immer am östlichen Abgrund des Selun entlang, finden aber erst auf etwa 1700 Metern einen gangbaren Abstieg gen Osten. Es wäre wohl schon weiter oben gegangen, aber das sehen wir erst auf dem Rückweg. Nun queren wir zum Torloch hinüber, umgehen die Chegelhöf nördlich und stossen dann auf den Weg zur Obersäss-Nideri. Bald schon kommen wir aber in ein wüstes Trümmerfeld, die Markierungen geben nur mehr gerade die Richtung an, von einem Weg ist da nichts mehr zu sehen. Wir steigen nun sehr steinig – von Schotter bis hausgrosse Blöcke findet sich alles – hinauf, bis wir auf der Obersäss-Nideri ganz plötzlich am Abgrund stehen und einen fantastischen Tiefblick zum Walensee hinunter haben. Hier sind wir nun ganz alleine unterwegs, und wir geniessen die Aussicht ausgiebig. Leider müssen wir auch durch diese Kalktrümmer zurück. Die Chegelhöf umgehen wir diesmal südlich und stossen auf etwa 1880 Meter Höhe auf den zum Frümsel führenden Weg. Nun ist es nicht mehr weit, bis wir wieder bei der Bergstation der Selun-Bahn sind. Eine schöne und abwechslungsreiche, aber diesmal eher kürzere Tour, weil Paul halt noch nicht so recht im Schuss ist. Damit haben wir nun alle 'offiziellen' Churfisten bestiegen. Es fehlen uns jetzt noch die zwischen Selun und Leistchamm. Ob wir die alle auch noch besteigen werden, bleibt vorerst offen, den die sind recht anspruchsvoll, und es führen keine offiziellen Wanderwege hinauf.

Montag, 12. September 2022

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