Die Gegend da am Margelchopf hat Paul so gut gefallen, dass wir am 18. Juni 2026 gleich nochmals zum Berghaus Malbun hoch fahren. Es soll heute ja der erste von einigen Hitzetagen geben, so lohnt es sich auf jeden Fall, möglichst früh los zu ziehen. Und das kann man hier ganz gut, da man erst mal gegen Westen ansteigt, und mit einem frühen Sonnenaufgang rechnen kann. Wir laufen bereits um halb sechs Uhr los und keine fünf Minuten später geht auch schon die Sonne auf, die uns heute die ganze Tour über scheinen soll. Allerdings ist es auch in dieser Höhe heute ziemlich warm (und leider auch etwas schwül), so dass Paul eine Route ausgewählt hat, wo wir hoffentlich um die Mittagszeit herum wieder beim Auto sein sollten. Wir steigen diesmal über Obersäss direkt zum Punkt 2016 auf. Unterwegs weichen wir gleich zweimal weglos Kuhherden aus. Oberhalb von ca. 1650 Meter Höhe treffen wir dann aber keine Rindviecher mehr an. Das wird sich dort wohl bald ändern, den die Zäune sind schon bis weit hinauf gezogen worden. Die Route ist einfach, wenig steil, und der Weg gut. Gleich nach dem Übergang bei Punkt 2016 verlassen wir den Weg und peilen - nun kurzzeitig wieder im Bergschatten - weglos und direkt die Isisizer Rosswis an. Oder ist es DER Isisizer Rosswis? Oder gar DAS? Keine Ahnung! Das Gelände ist offen und nicht sonderlich steil. Wir laufen über blumenreiche Alpwiesen, die erst kürzlich vom Schnee frei gegeben wurden. Die letzten ca. 50 Höhenmeter sind dann doch noch etwas stotziger, aber wir erreichen den Gipfel ohne Schwierigkeiten. Hier machen wir Pause und ich quetsche mich in die Botanik, um etwas Kühle abzubekommen. Paul ist es ganz recht, dass ich mich hinlege, denn auf der anderen Seite fällt der Gipfel gefühlt senkrecht ab ins Seeztal, so dass er ganz nervös wird, wenn ich mich mal der Kante nähere. Allzu lange halten wir es hier aber nicht aus. Zwar wäre es heute tatsächlich auch auf dieser Höhe warm genug, um hier Stunden zu verbringen, aber diese Fliegenplage! Und dann gesellen sich zu den Fliegen auch noch Rossbrämen, so dass wir schliesslich in die Flucht geschlagen werden. Sind wir eher östlich der Alt Alp angestiegen, so suchen wir den Abstieg nun auf deren westlichen Seite. Wir erreichen das Riet ohne Mühe und steigen nach der Querung des Baches zum Wanderweg auf. Nun folgen wir - den Punkt 2016 erneut übersteigend - bis etwas zum Punkt 2030 der Route von der Margelchopf-Tour. Der Weg verläuft im Zickzack und mit wenig Höhenverlust durch das karstige Gelände, bis wir bei Punkt 2009 eine Abbruchkante erreichen, von wo der Weg nun einigermassen steil hinunter zur Alp Altsäss leitet. Je weiter wir absteigen, desto grüner wird es um uns herum und desto farbenprächtiger und häufiger zeigen sich die Wiesenblumen. Schliesslich erreichen wir bei der Alp Altsässundersäss (was für ein Name!) eine Fahrstrasse, die uns nun bequem und teils im Schatten - inzwischen ist es ziemlich heiss - zurück zum Berghaus Malbun leitet. Kurz nach elf Uhr sind wir beim Auto. Abgesehen von der Hitze und der Fliegenplage war das eine ganz herrliche Tour! Da oben gäbe es noch einige Gipfel, die sich auch von uns bezwingen lassen würden. Aber da die Gegend wohl bald schon bis weit hinauf bestossen sein wird, werden wir sie wohl frühestens im Herbst wieder besuchen.